Die neue Bio-Musterregion Mittelbaden:


Der Startschuss ist gefallen!

Bei WeberHaus in Rheinau-Linx hatte am Donnerstag die Initiativgruppe Bioregion Mittelbaden+ zu einem Runden Tisch eingeladen – wegen der aktuellen Corona-Einschränkungen allerdings im virtuellen Raum.
Mehr als 100 Gäste hatten sich zur Video-Konferenz angemeldet, die vor Ort im Veranstaltungssaal Kolumbus von Claus Haberecht, Vorsitzender LEADER Mittelbaden e.V., souverän und kurzweilig moderiert wurde. Als Gast konnte Haberecht den Bühler Oberbürgermeister Hubert  Schnurr begrüßen, der in dem Konstrukt der Bio-Modellregion als so genannter Lead-Partner fungiert.

Im weitläufigen Saal hatten die Bio-Verfechter ein Hauptquartier eingerichtet, von wo sie dann auch die gut zweistündige Sitzung leiteten, in deren Verlauf die Weichen für die künftige Bio-Musterregion gestellt wurden. Ein vorläufiger Lenkungskreis wurde benannt, in dem Vertreter aus Wirtschaft, Vereinen, Verbänden und Kommunen als beratendes Gremium für einen noch zu bildenden Steuerungskreis tätig werden sollen. Zudem soll ein Regionalmanagement eingerichtet werden, das insbesondere in der Beratung so genannter umstellungswilliger Betriebe tätig sein wird. „Das sind Betriebe, die derzeit noch auf konventionelle Weise Lebensmittel herstellen. Die Bio-Musterregion, und da natürlich ganz speziell das Regionalmanagement, sollen dabei helfen, die Umstellung mit Rat und Tat zu unterstützen und vor allem Mut zu machen für den Wandel vom konventionellen zum biologischen Anbau“, erklärte Initiativgründerin Helga Decker.

Die richtigen Impulse für den Abend setzte der Baden-Badener Journalist und Politik-Wissenschaftler Dr. Franz Alt.  Zugeschaltet in die Konferenz vermittelte er den Zuhörern die Notwendigkeit nachhaltiger Landwirtschaft,  und machte deutlich, dass seiner Meinung nach kein Weg an der Abkehr vom konventionellen Anbau vorbeiführe. „Mit der Bio-Musterregion sind wir hier in Mittelbaden jetzt auf einem großartigen Weg. Lassen Sie uns gemeinsam diese einzigartige Chance nutzen“, fordere Alt und stieß damit auf eine breite Zustimmung im Plenum.

Es folgten aktuelle Projektvorstellungen und Fragen an Mitwirker und Unterstützer nach deren Motivation, eine Bio-Musterregion zu unterstützen, die in ihrer Ausdehnung vom Ortenaukreis über den Stadtkreis Baden-Baden bis in den Kreis Rastatt als die wohl größte der nunmehr 14 Baden-Württembergischen  Bio-Musterregionen gilt.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Start des „Staffellaufes der Nachhaltigkeit“.  
Aus Stuttgart hatten Regine Henschel und Jochen Morlock vom Verein Natuviva den Stab aus heimischen Hölzern bis nach Linx gebracht und an Hardy Rose von WeberHaus übergeben. Noch am gleichen Abend ging das Staffelholz dann auf seine erste Reise durch die Bio-Musterregion. Der Klimaschutzmanager Martin Thiele ein erfahrener Marathonläufer, brachte, begleitet von Leon Pagonis, einem Fußballer des SV Stadelhofen, als erster Starter des badischen „Staffellaufes der Nachhaltigkeit“ durch dichten Schnee das Staffelholz 16 km weit nach Fautenbach zu Bio-Landwirt Rainer Ganter. Gut zwei Stunden brauchten die beiden trainierten Sportler für die Strecke über Schnee und Eis.

In den kommenden Wochen wird die Staffel dann überall dort in der neuen Bio-Musterregion Station machen, wo herausragende Projekte von nachhaltigem Denken und ökologischem Verantwortungsbewusstsein zeugen.
Moderator Claus Haberecht zog am Ende des Abends, der mit einer kleinen Chat-Fragestunde endeten und somit den Gästen noch viel Raum für Verständnisfragen ließen, eine sehr positive Bilanz: „Das Format dieses Runden Tisches mit so vielen über Video zugeschalteten Mitwirkenden und Akteuren als allen Bereichen, dem kommunalen Bereich, aber auch den vielen WISO Partnern und Unterstützern der Bioregion Mittelbaden + war wirklich ansprechend und sehr bereichernd“, sagte er. Während der Veranstaltung habe sich nachhaltig bestärkt, dass dieses Thema nicht nur brandaktuell sei, sondern im Rahmen der Bioregion Mittelbaden +  mit zahlreichen Projekten, teilweise auch in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Unterstützung der Kommunen umgesetzt werden müsse.

Zufrieden zeigte sich am Ende auch Raphaela Riedmiller-Kuttnick-Wicht (Gemeinwohl Forum Baden), die das Projekt von der Gründung einer Initiative im Sommer vergangenen Jahres bis zur Antragstellung und der Gründung der Bio-Musterregion Mittelbaden entscheidend begleitet hatte.  „Drei Jahre lang wird das Projekt vom Baden-Württembergischen Landwirtschaftsministerium gefördert“, erklärte sie. „Drei Jahre, in denen unser Regionalmanagement  Werkstätten für ein gesundes, lebendiges, klimataugliches Mittelbaden entwickelt, Produzenten und Verbraucher verbindet, die Direktvermarktung fördert, Kindergärten und Schulen begeistert und die Region ein Stück weit enkeltauglicher machen möchte.“ Weitere Ziele seien der Ausbau der Gesundheit der Böden sowie der Schutz des heimischen Trinkwassers. Gemeinsam wolle man für einen konkreten Baustein im Einsatz für den 1,5-Grad-Klimaplan in Deutschland sorgen.